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    <title>Paul (Outplacement (Kriminalroman))</title>
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    <description>Outplacement (Kriminalroman)</description>
    <dc:publisher>Paul - Outplacement </dc:publisher>
    <dc:creator>Paul - Outplacement </dc:creator>
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    <title>Paul</title>
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  <item rdf:about="http://kriminalroman.twoday.net/stories/5054796/">
    <title>Goede namiddag!</title>
    <link>http://kriminalroman.twoday.net/stories/5054796/</link>
    <description>Kapitel 70 - 18. Juni 2007 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&apos;&lt;i&gt;Hotel Bosvrede, de Krol, goede namiddag!&lt;/i&gt;&apos;&lt;br /&gt;
&apos;&lt;i&gt;Novalis AG, Frankfurt. Mein Name ist Peters, goeden nachmiddag Frau de Krol! Ich bin der persönliche Referent von Dr. Buschmann. Er hat mich gebeten, die Details seines Aufenthaltes in Ihrem Hause mit Ihnen noch einmal abzustimmen. Seine Suite ist doch fest gebucht?&apos;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&apos;&lt;i&gt;Es tut me leed, mijn Kollege ist in Gespraak. Mijn Kollege telefoniert sie gelijk teruich.&lt;/i&gt;&apos;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul war den Telefonanruf, den er gleich tätigen wollte, erst einmal in Gedanken durchgegangen, aber nicht sehr weit gekommen. Er wollte sichergehen, dass das &lt;i&gt;Bosvrede&lt;/i&gt; das richtige Hotel war. Also noch einmal:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&apos;&lt;i&gt;Hotel Bosvrede, de Kuiper! Goede namiddag!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&apos;&lt;i&gt;Novalis AG, Frankfurt. Mein Name ist Peters. Goeden nachmiddag, Herr de Kuiper! Ich bin persönlicher Referent von Herrn Dr. Buschmann. Er hat mich gebeten, seinen Aufenthalt in Ihrem Hause noch einmal mit Ihnen abzustimmen. Seine Suite ist doch fest bei Ihnen gebucht?&lt;/i&gt;&apos;&lt;br /&gt;
&apos;&lt;i&gt;Gern Herr Peters, wenn Sie mir nennen die Auftragsnummer, sehe ich gleich im unseren Computer nach.&lt;/i&gt;&apos;&lt;br /&gt;
&apos;&lt;i&gt;Die Nummer hat Herr Dr. Buschmann mir leider nicht gegeben. Ich glaube, die weiß er selbst nicht.&lt;/i&gt;&apos;&lt;br /&gt;
&apos;&lt;i&gt;Haben Sie bitte Verständnis, dass wir über unseren Gästen am Telefon ohne Auftragsnummer grundsätzlich keinen Auskunft geben können.&lt;/i&gt;&apos;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese beiden kleinen Übungen mit sich selbst, belehrten Paul eines Besseren. Das mit dem Anruf war wohl doch keine so gute Idee. Wenn er Buschmann nicht finden sollte, könnte er die nächsten Tage immer noch telefonieren. Gern hätte er in Erfahrung gebracht, wann Buschmann, anreisen würde, ob morgen oder übermorgen. Klar war, das hatte er im Internet gelesen, dass Buschmann seinen Vortrag übermorgen, am 20. Juni, dem ersten Kongresstag, von 14 bis 15 Uhr halten sollte. Am dritten und letzten Tag des Kongresses war Buschmann als einer der Podiumsteilnehmer eingeplant für eine Diskussion mit den Kongressteilnehmern zum Thema &apos;&lt;i&gt;China und Indien - Herausforderung und Chance für die alte Welt?&lt;/i&gt;&apos; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Na gut, Paul hatte auch so genug zu tun. Sein neuer Camcorder lag noch im Auto. Den würde er erst einmal holen und sich mit ihm vertraut machen. Wenn irgendetwas nicht funktionieren sollte, musste er ihn ja noch umtauschen. Auf keinen Fall durfte er vergessen, den Frühstückstisch abzudecken und im Apartment klar Schiff zu machen. Wenigstens Butter, Wurst, Käse, die Milch und den unangebrochenen Joghurt sollte er wohl besser sofort in den Kühlschrank stellen. Hoffentlich waren die Lebensmittel nicht schon verdorben. Für die Milch hatte er wenig Hoffnung. Da sich im Kühlschrank noch ein Liter befand, goss er sie gleich in den Abfluss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul hatte seit dem Frühstück nichts gegessen und stopfte sich im Stehen drei Scheiben Rosinenbrot in den Mund, ohne Butter, dafür mit reichlich Wurst und Käse belegt. Er hatte keine Lust, fühlte sich richtiggehend urlaubsreif. Aber wie hatte ein früherer Arbeitskollege immer gesagt? Es geht nicht nach Lust und Laune, sondern nach Notwendigkeit! Das traf leider manchmal auch im Urlaub zu. Also dann, zunächst die Wohnung in Ordnung bringen, entschied er sich und sparte sich das Beste bis zum Schluss auf. Das machte Paul oft so. Das Beste war in diesem Fall der neue Camcorder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- FORTSETZUNG FOLGT -</description>
    <dc:creator>wortmeldung</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 wortmeldung</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-12T10:20:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://kriminalroman.twoday.net/stories/5035102/">
    <title>Die Bee Gees</title>
    <link>http://kriminalroman.twoday.net/stories/5035102/</link>
    <description>Kapitel 69  - 18. Juni 2007&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um sich abzuspannen, stellte Paul sein Autoradio außerhalb der Ortschaft auf volle Lautstärke. Er hatte immer noch keinen holländischen Sender gefunden, der ihm so richtig gefiel. Wenn er in Hamburg unterwegs war, hörte er mal Oldie95 und mal ENERGY97.1. Also wechselte er auf CD und gab sich ganz der Musik hin:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Now, I found, that the world is round&lt;br /&gt;
and of course it rains everyday.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Living tomorrow, where in the world will I be tomorrow?&lt;br /&gt;
How far am I able to see?&lt;br /&gt;
Or am I needed here?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Now, I found, that the world is round&lt;br /&gt;
and of course it rains everyday. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
If I remember all of the things I have done,&lt;br /&gt;
I&apos;d remember all of the times I&apos;ve gone wrong.                                                                          &lt;br /&gt;
Why do they keep me here?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;Bee-Gees-Cover&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Kriminalroman/images/Bee-Gees-Cover.jpg&quot; /&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bee Gees mit einem typischen Cover der 70er-Jahre. Paul dachte daran, seinen verstaubten Dual-Plattenspieler mitsamt seiner alten Vinyl-Plattensammlung, die im Keller gemeinsam auf ihren Einsatz warteten, mal wieder zu reaktivieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Now, I found, that the world is round&lt;br /&gt;
and of course it rains everyday,&lt;br /&gt;
and now, I found, that the world is round&lt;br /&gt;
and of course it rains everyday,&lt;br /&gt;
and now, I found, that the world is round&lt;br /&gt;
and of course it rains everyday,&lt;br /&gt;
and now, I found, that the world is round&lt;br /&gt;
and of course it rains ...&lt;br /&gt;
&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;World&lt;/i&gt;. Die Bee Gees! Paul stellte den Player auf Repeat - Songwiederholung. Die Bee Gees waren seine Lieblingsgruppe. Genauso wie Melanie seine Lieblingssängerin war. Was die Musik der Bee Gees anging, musste er allerdings eine Einschränkung machen. Die Musik der Bee Gees von 1966 bis zum Jahr 1974, das war seine absolute Lieblingsmusik. Der Disco-Sound hatte Paul die Popmusik verleidet und 1975 auch auf seine Bee Gees abgefärbt. Die wurden damit zwar noch erfolgreicher, aber Pauls Ohren machten das nicht mit. Während &lt;i&gt;Night Fever&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;How Deep Is Your Love&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Staying Alive&lt;/i&gt; durch die Discotheken und Kinos dieser Welt gingen, hatte sich Paul zunächst ersatzweise und dann mit wachsendem Interesse der klassischen Musik zugewandt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mozart, Beethoven, Brahms und die italienischen Opern hatten Paul in ihren Bann gezogen: Mozarts Violinkonzert Nr. 3 in G-dur KV 216, &lt;i&gt;Elvira Madigan&lt;/i&gt; KV 467, das Klavierkonzert Nr. 18 in B-dur KV 456, das Andante aus dem Konzert für Klavier und Orchester Nr. 21 C-dur KV 467, das er in einer Version von Alfred Brendel aus den Jahr 1981 am liebsten hörte, &lt;i&gt;Exsultate, jubilate&lt;/i&gt; KV 165, das Requiem KV 626, Beethovens &lt;i&gt;Eroica&lt;/i&gt;, die &lt;i&gt;Pastorale&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Alle Menschen werden Brüder&lt;/i&gt;, das Tripelkonzert, das Violenkonzert in D-dur op. 61, &lt;i&gt;Fidelio&lt;/i&gt;, Brahms Symphonie Nr. 1 C-moll op. 68, Verdis &lt;i&gt;Maskenball&lt;/i&gt; und Bellinis &lt;i&gt;Norma&lt;/i&gt;. Alles geniale Klassiker, Evergreens, Oldies der populären Musik des 18. und 19. Jahrhunderts. Paul hatte das wunderschöne und viel zu selten gespielte Konzert G-dur für Mandoline und Orchester von Johann Nepomuk Hummel ganz vergessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1987 hatten ihn die Bee Gees und ihre aktuelle Musik zurückgewonnen. Bezeichnenderweise mit ihrem Hit &lt;i&gt;You Win Again&lt;/i&gt;. Ende 1993 hatte Claudia zwei Karten für ein Konzert der Bee Gees in Hamburg erstanden. Wenige Wochen bevor es stattfinden sollte, wurde es abgesagt. Barry Gibb musste passen. Er hatte Artrose in den Händen und die Schmerzen machten es ihm unmöglich, die Tour anzutreten. Die Bee Gees gaben nie wieder ein offizielles Konzert in Deutschland. Paul haderte mit dem Schicksal, zumal er, es muss um 1973 herum gewesen sein, schon ein anderes Konzert in Hamburg verpasst hatte, das Melanie in der &lt;i&gt;Fabrik&lt;/i&gt; gab. Lang war die Schlange im Hamburger Stadtteil Altona gewesen. Sie hatten mindestens zwei Stunden angestanden. Es war noch genau ein Pärchen vor ihnen, dann wären sie an der Reihe gewesen. Ein stämmiger Ordner schloss die Tür und verkündete, dass das Konzert nunmehr leider ausverkauft sei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Momente, die man sein Leben lang nicht vergisst. Das war ein solcher Moment gewesen. Pauls MP3-Sammlung umfasste genau 93 Songs von Melanie und 211 der Bee Gees, nur ausgewählte Stücke, denn Paul war kein unkritischer Fan. Die Bee Gees hatten in den Jahren 1968 und 1969 weltweit mehr Schallplatten verkauft als die Beatles, die in der Zeit immerhin Lady Madonna, Hey Jude, Get Back, Something und Come Together veröffentlichten. Vielleicht hatte John Lennon nach seiner Hochzeit auf Gibraltar im März 1969 etwas zu lange geflittert, als er mit Yoko Ono in zwei Städten für den Weltfrieden demonstrierte. In Montreal war dabei der Song &lt;i&gt;Give Peace a Chance&lt;/i&gt; entstanden und auch gleich uraufgeführt worden. In Amsterdam hatte ihr &lt;i&gt;Bed-in for peace&lt;/i&gt; im Zimmer Nr. 702 des Hilton-Hotels stattgefunden. &lt;i&gt;Wo sind nur die John Lennons der heutigen Zeit?&lt;/i&gt;, grübelte Paul. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Amsterdam? Schon wieder zeigte ein Verkehrschild nach Amsterdam. Was ist denn jetzt passiert? Noch 36 Kilometer bis Amsterdam. Das konnte nicht richtig sein. Fantasierte er? Gaukelte ihm die Sehnsucht nach seiner Familie etwas vor oder hatte sie ihn in die falsche Richtung gelenkt? Paul gab nie so schnell auf, er fuhr weiter. Amsterdam 32 Kilometer. Mist! Typisch! Warum musste er nur immer träumen? Er nahm es von der lustigen Seite, er befand sich halt auf dem geraden Weg in Richtung Italien. &lt;i&gt;Living tomorrow, where in the world will I be tomorrow?&lt;/i&gt;, dröhnte es aus den Lautsprechern. Da musste er in der Tat noch drüber nachdenken. Jetzt hieß es aber erst einmal, bei nächster Gelegenheit zu wenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-</description>
    <dc:creator>wortmeldung</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://kriminalroman.twoday.net/topics/Kapitel+61+bis+70&quot;&gt;Kapitel 61 bis 70&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 wortmeldung</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-02T16:55:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://kriminalroman.twoday.net/stories/5014046/">
    <title>Die Mutprobe</title>
    <link>http://kriminalroman.twoday.net/stories/5014046/</link>
    <description>Kapitel 68 - 18. Juni 2007&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul wusste nicht, wie er auf den Hochsitz gekommen war. Hoffentlich hatte ihn niemand gesehen. Er war schweißgebadet, so als wäre eine Horde Wildschweine hinter ihm her gewesen. Er saß auf einer gut einen Meter langen Sitzbank, die fest mit dem Hochsitz verbunden war und sah sich um. Aber das unterließ er ganz schnell wieder. Das Brett, das man nach dem Besteigen des Hochsitzes früher einmal als Rückenlehne und Fallschutz in die dafür vorgesehenen Ausfräsungen klemmen konnte, war wohl im Laufe der Jahre abhanden gekommen. Hinter ihm befand sich gar nichts! Rechts und links in Oberarmhöhe zwei Bretter, an denen er sich krampfhaft festklammerte. Vor ihm ein Sichtschutz aus quer verlaufenden Brettern, die ihn vollständig verdeckten. Nahezu vollständig, denn in Augenhöhe war ein zwanzig Zentimeter hoher Spalt ausgespart. Paul duckte sich instinktiv, aus Furcht, gesehen zu werden, aber auch, um die Höhe, in der er sich befand etwas zu verringern. Nach unten blickte er lieber nicht. Er wusste, dass das nicht gutgehen konnte. Ihm war so schon mulmig genug. Es konnte auch leichter Schwindel sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;Hochstuhl&quot; width=&quot;301&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Kriminalroman/images/Hochstuhl.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der untere Teil des Hochsitzes kam Paul doch nicht so ganz geheuer vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul schloss für einige Momente die Augen und redete seinem Vestibularsystem gut zu. Dann versuchte er sich abzulenken, indem er seinen Fragenkatalog abarbeitete, seine innere Checkliste: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. &lt;i&gt;Erreichbarkeit? &lt;/i&gt; Letztendlich gut, mit zwei kritischen Augenblicken, vom Auto zum Wald und am Waldrand auf den Hochsitz. &lt;br /&gt;
2. &lt;i&gt;Im Dunkeln? &lt;/i&gt; Weniger Risiko, gesehen zu werden, dafür Stolpergefahr im Wald, aber machbar. &lt;br /&gt;
3. &lt;i&gt;Leiter?&lt;/i&gt;  Keine Ahnung, aber sie hatte ihn offensichtlich getragen. &lt;br /&gt;
4. &lt;i&gt;Höhe?&lt;/i&gt;  Für sein Gleichgewicht äußerst kritisch, aber dafür wurden ihm die Suiten des Hotels quasi auf dem Präsentierteller serviert. Er konnte mit bloßem Auge die Liegen, die Sitzecken, die Betten und sogar die Flachbildfernseher erkennen. &lt;br /&gt;
5. &lt;i&gt;Bauzustand?&lt;/i&gt;  Paul machte eine leichte Schaukelbewegung. Das knackte und knirschte nicht schlecht! Aber einstürzen würde es wohl nicht. &lt;br /&gt;
6. &lt;i&gt;Deckung? &lt;/i&gt; Gut, auch wenn sich Paul wie ein Ausstellungsstück vorkam. Er hatte immer das Gefühl, er sei genau so gut zu sehen, wie er das Hotel sah. Auch wenn im Moment weder Personal noch Gäste zu entdecken waren.&lt;br /&gt;
7. &lt;i&gt;Witterungsschutz?&lt;/i&gt;  Keiner. Wenn es regnete oder geregnet hatte? Pech! Einen Regenschirm konnte er kaum aufspannen. Er sollte an seine Windjacke denken.&lt;br /&gt;
8. &lt;i&gt;Wildschwein?&lt;/i&gt; Sehr unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
9. &lt;i&gt;Entdeckung?&lt;/i&gt; Wenn frühzeitig, könnte sie seine Planungen über den Haufen werfen. Wenn später, wäre sie unangenehm aber eigentlich egal, da es sicher nicht strafbar war, den Hochsitz zu besteigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine frühzeitige Entdeckung wäre ihm also das größte aller möglichen Übel, das Worst-Case-Szenario. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul hatte seine Augen längst wieder geöffnet. Er war bereits zwei Mal zusammengezuckt. Beim ersten Mal war ein Gast auf die Terrasse getreten, hatte sich umgesehen und war wieder verschwunden. Beim zweiten Mal war es eine Hotelbedienstete gewesen, die den Kühlschrank einer Suite mit kleinen Fläschchen auffüllte. Jedes Mal hatte Paul damit gerechnet, dass kurze Zeit später jemand über die Terrasse und den Rasen auf den Hochsitz zukommen würde, um ihn zur Rede zu stellen. Aber es war niemand gekommen. Er wollte sein Glück nicht weiter auf die Probe stellen und trat den Rückzug an, so gern er die Dunkelheit abgewartet hätte. Beim Abstieg hatte er noch eine brenzlige Situation zu überstehen, die ihm einige Schrammen an seinen Händen eintrug und wahrscheinlich ein, zwei blaue Flecken am linken Schienbein. Da die unterste Sprosse der Leiter fehlte, war Paul ins Leere getreten und mit dem oberen Fuß abgerutscht. Erst als er seinen BMW aufschließen wollte, merkte er, dass seine Hände leicht bluteten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul zog ein positives Fazit, als er um 15 Uhr 25 vom Parkplatz fuhr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.</description>
    <dc:creator>wortmeldung</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://kriminalroman.twoday.net/topics/Kapitel+61+bis+70&quot;&gt;Kapitel 61 bis 70&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 wortmeldung</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-23T19:34:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://kriminalroman.twoday.net/stories/4994949/">
    <title>Das Gespräch</title>
    <link>http://kriminalroman.twoday.net/stories/4994949/</link>
    <description>Kapitel 67 - 18. Juni 2007&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pauls Pulsschlag war mehr als nur erhöht gewesen, als sein Chef ihn bat, sich zu setzen. Er hatte seinen Chef seit mehr als vier Monaten nicht mehr gesehen. Unter normalen Umständen wäre er darüber glücklich gewesen. Aber die Situation war alles andere als schön. Der Verkauf der Firma stand kurz bevor. Die Braut sollte noch schön gemacht werden. So nannte man es, wenn das Verkaufsobjekt, in diesem Fall die SchwarzChem GmbH, von unnötigem Ballast, sprich Personal, befreit wurde, von Personal und Betriebsteilen, die das übernehmende Unternehmen nicht benötigte. Also wurde kurzerhand das Berliner Werk geschlossen, in dem rund vierhundert Mitarbeiter beschäftigt waren. Das war umso symbolträchtiger, als Berlin der Stammsitz der SchwarzChem war. Hier war die Firma gegründet und das, was der zweite Weltkrieg von ihr übriggelassen hatte, nach dem Krieg neu aufgebaut worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul hatte miterleben müssen, wie sein Chef diese Werkschließung betrieben hatte, wie er mit schönen Worten und einer eingeschalteten Outplacementberatung tolle Eigenwerbung betrieb, die Mitarbeiter aber letztendlich in die Arbeitslosigkeit entlassen wurden. Unter dem Etikett &apos;sozialverträglich&apos; sollten die Mitarbeiter Bewerbungstraining und neue Arbeitsplätze erhalten. Letztendlich erwies sich alles als reines Feigenblattprojekt, für das die Outplacementberatung mehr als 300.000 Euro in Rechnung stellte. Es war einzig und allein gelungen, den Auszubildenden eine Fortsetzung ihrer Ausbildung in anderen Berliner Unternehmen zu ermöglichen. Und das war nicht einmal der Verdienst des Beratungsunternehmens gewesen, sondern dem Werkleiter zu verdanken, der seine Beziehungen zum Arbeitgeberverband nutzte, um wenigstens die Ausbildung der jungen Leute zu retten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechnung seines Chefs jedoch war aufgegangen. Die Werkschließung war für das Unternehmen reibungslos über die Bühne gegangen. Pauls Chef war allgemein als Feuerwerker bekannt. Er wusste, seine Projekte so gut zu verkaufen wie kein anderer. Die Kick-off-Veranstaltungen und das ganze von ihm in Szene gesetzte Drumherum glichen einem brillanten, hell strahlenden Feuerwerk. Alles um ihn herum war geblendet. Alle Folgeprojekte wurden abgenickt. Pauls Chef stand im Rampenlicht. War das Feuerwerk jedoch abgebrannt, dann war es wieder zappenduster, für die Mitarbeiter meist viel dunkler als zuvor. Sein Chef aber war schon bei seinem nächsten Projekt. Paul hatte das Zusammenwirken zweier Großunternehmen, der Hochpharma AG und der Novalis AG, einer namhaften Unternehmensberatung und der &lt;i&gt;Gewerkschaft Chemie, Papier, Keramik&lt;/i&gt; erlebt. Wäre er nicht selbst zugegen gewesen, er hätte es nicht für möglich gehalten, welche Rolle die Gewerkschaft dabei spielte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul war auch als Personalleiter in seinem Herzen immer auf Seiten der Underdogs, der kleinen Leute, der Betriebsräte und der Gewerkschaften gewesen. Zwei Auftritte von Gewerkschaftsfunktionären würde er deshalb sein Leben lang nicht vergessen können. Sie waren für ihn bis zum heutigen Tage einfach unfassbar. Beide Vorkommnisse lagen schon damals drei Jahre zurück. Sie geschahen in der Zeit, in der die Hochpharma AG ihre Minderheitsbeteiligung an der SchwarzChem GmbH zu einer Mehrheitsbeteiligung aufstockte und damit den Weg für alles freimachte, was danach geschehen sollte. Auf einer dramatischen Betriebsversammlung hatte der Gewerkschaftssekretär, namens Hubertus Schmaldtz,  den Inhaber, Herrn Hans-Christian Schwarz, auf übelste Weise abgekanzelt und persönlich diffamiert. Das war kein Florettfechten gewesen, sondern das Bewerfen mit Pech und Schwefel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder der anwesenden Mitarbeiter vergaß in diesem Moment die Angst vor dem Verlust des eigenen Arbeitplatzes. Alle waren sie peinlich berührt und verstanden die Welt nicht mehr. Die Gewerkschaft in einem Boot mit dem Großkapital, zusammen gegen den Sohn des Firmengründers, dem genau wie seinem Vater der Erhalt der Arbeitsplätze und das Wohlergehen der Mitarbeiter immer wichtiger gewesen waren, als die Höhe des Gewinns seines Unternehmens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;282&quot; alt=&quot;SchwarzChem&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Kriminalroman/images/SchwarzChem.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wiege des Familienunternehmens lag in Berlin. Die soziale Personalpolitik hatte sich von Generation zu Generation vererbt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unternehmensberatung und die Gewerkschaft hatten die Anteilseigner der Gründerfamilie auseinander dividiert. Es hieß, kein Unternehmen habe eine Chance, den Wettbewerb auf dem Weltmarkt zu überleben, wenn es nicht zu den fünf Marktführern gehörte. Die SchwarzChem zählte nicht zu den fünf Großen. Erst war ein Familienmitglied in Sorge um den an die Wand gemalten Wertverlust seines Anteils an der SchwarzChem GmbH umgekippt und hatte an die Hochpharma AG verkauft. Die anderen Familienmitglieder waren zwangsläufig gefolgt. Als Minderheitseigentümer hatten sie jeglichen Einfluss auf die Führung ihres Familienunternehmens verloren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den zweiten Vorfall, als sich ein Berliner Funktionär derselben Gewerkschaft im firmeneigenen Schulungszentrum abfällig über das Personalwesen der SchwarzChem GmbH geäußert hatte, wollte Paul lieber verdrängen. Das war eine Unverschämtheit sondergleichen gewesen. Ein Gewerkschaftler, den er nie zuvor gesehen hatte, redete seine Leistung und die seiner Mitarbeiter schlecht, ohne das von Berlin aus substanziell überhaupt beurteilen zu können. Paul wähnte sich im falschen Film, der nicht nur aus diesen beiden Szenen bestand, sondern über mehr als drei Jahre lief. Die Entwicklung der Firma, die ihm ans Herz gewachsen war, und die fortgesetzten Schwindelanfälle hatten Paul mehr und mehr ausgehöhlt. Bis er nicht mehr konnte. Sein Arzt und sein Zustand diktierten ihm eine Auszeit, die vier Monate dauern sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Tage, bevor er wieder anfangen wollte zu arbeiten, hatte die Sekretärin seines Chefs bei ihnen zu Hause angerufen und ausgerichtet, dass sein Chef ihn vorher sprechen möchte, also noch am selben oder am darauffolgenden Tag. Paul war der Aufforderung seines Chefs gefolgt und hatte sich an den Besprechungstisch gesetzt. Sein Chef nahm ihm gegenüber Platz. Kaffee und Gebäck standen bereits vor ihnen. Nach kurzer Vorrede kam sein Vorgesetzter zum Punkt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Herr Sommer, sie wissen vielleicht schon, dass es Veränderungen geben wird im gesamten Unternehmen. Diese werden auch vor unserem eigenen Bereich nicht haltmachen können und sie werden auch ihre Hauptabteilung und ihre Position betreffen. Darüber sollten wir die nächste Zeit in aller Ruhe sprechen. Eine ihrem Level, ihren großen Erfahrungen und Verdiensten entsprechende Position wird es im Personalwesen dann leider nicht mehr geben. Die Entscheidung ist im Haus noch nicht bekanntgegeben. Ich muss sie deshalb bitten, diese Information das Unternehmen betreffend zunächst für sich zu behalten. Nun ist es so, dass ich wenig Sinn darin sehe, dass sie ihre alte Position wieder einnehmen, um sie nur wenige Monate später doch wieder aufgeben zu müssen, zumal sich ihre Mitarbeiter nicht nur sehr gut entwickelt, sondern auch daran gewöhnt haben, ohne sie auszukommen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul war kalt und starr. Er hatte mit etwas Ähnlichem rechnen müssen. Trotzdem traf es ihn wie ein Keulenschlag. Er willigte ein, zunächst mit Sonderaufgaben betraut zu werden und in Kürze Gespräche über seine Zukunft aufzunehmen. Paul wusste bis heute nicht, wie er damals nach Hause gekommen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.</description>
    <dc:creator>wortmeldung</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://kriminalroman.twoday.net/topics/Kapitel+61+bis+70&quot;&gt;Kapitel 61 bis 70&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 wortmeldung</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-15T15:29:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://kriminalroman.twoday.net/stories/4984599/">
    <title>Im Wald</title>
    <link>http://kriminalroman.twoday.net/stories/4984599/</link>
    <description>Kapitel 66 - 18. Juni 2007&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt befand sich Paul in heller Auflösung. Genau im dem Moment, in dem er den sicheren Ort, seinen Wagen, verlassen hatte, um sich im Sichtschatten eines der Rhododendren zum Wald zu schleichen, kam ein PKW und fuhr in die direkt neben seinem Parkplatz liegende Parkbucht. Paul war bereits auf der Höhe des Kofferraums gewesen, den er geistesgegenwärtig geöffnet und an dem er eine Weile hantiert hatte. Er war für solche Sachen einfach nicht geschaffen. Nur gut, dass er seine Herztablette am Morgen nicht vergessen hatte. Er sah den Fahrer des anderen Wagens genauso wenig, wie der ihn. Erst als einige Minuten vergangen waren, schloss Paul den Kofferraumdeckel behutsam und ging aufrecht und möglichst unverkrampft auf den Wald zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwanzig Meter kamen im kilometerlang vor. Er spürte in seinem Rücken jede Menge Augenpaare auf sich gerichtet. Er ging mit nach unten gebeugtem Oberkörper in den Wald hinein und bückte sich hier und da, so wie es ein Pilzsammler getan hätte, bis er fast nichts mehr vom Hotel und von den Parkplätzen sehen konnte. Einen ausgetretenen Pfad gab es hier nicht aber auch kein nennenswertes Unterholz, so dass Paul ohne Schwierigkeiten die von ihm vorgesehene Richtung einschlagen konnte. Er umging das &lt;i&gt;Bosvrede&lt;/i&gt; in einem Bogen bis er die rückseitige Fassade, das Restaurant und die Terrasse erahnen konnte. Es war jetzt etwa 15 Uhr. Die dichten Baumkronen ließen keine direkten Sonnenstrahlen hindurch. Es war weder hell noch so richtig dunkel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul versuchte abzuschätzen, ob er schon angekommen war oder noch zwanzig Schritte weitergehen sollte. Hier fühlte er sich einigermaßen sicher. Aber hier konnte er nicht bleiben, auch wenn er gern die Dunkelheit abgewartet hätte. Leider ging das nicht. Schließlich musste er seine Damen am Abend vom Bahnhof abholen. Der Boden war teilweise etwas sandig, als würde er auf einer Düne wandern. Das verursachte weniger Geräusche, hinterließ aber womöglich Fußabdrücke. Vorsichtig näherte er sich dem Hotel. Eigentlich müsste er ihn von hier aus sehen können. Schon merkwürdig. Er sah den Hochsitz vor lauter Bäumen nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er brauchte weitere fünf Minuten bis er ihn ausfindig gemacht und sich ihm bis auf wenige Schritte genähert hatte, als ein zweimaliges lautes Knacken hinter ihm seine ganze Aufmerksamkeit auf sich zog. Er war so erstarrt, dass er erst nach bangen Sekunden langsam den Kopf drehte. Statt so schnell wie möglich auf den Hochsitz zu flüchten, blieb er wie gelähmt stehen. Ein Wildschwein hätte leichtes Spiel mit ihm gehabt, aber es war nichts zu sehen, weder ein Keiler noch ein anderes Tier. Komisch, das hatte er sich nicht eingebildet. Allerdings war er seit einigen Jahren nicht mehr im Wald gewesen und gerade heute waren seine Nerven äußerst angespannt. Das Knacken konnte durch alles Mögliche verursacht worden sein. Jetzt war es mucksmäuschenstill.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;286&quot; alt=&quot;neu-2&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Kriminalroman/images/neu-2.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul schaute sich um und atmete tief durch. Kein Wildschwein in Sicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem er seinen Blick noch einmal über den Hotelkomplex schweifen ließ, widmete er seine Aufmerksamkeit dem etwa zehn Meter entfernten Hochsitz. So wie Paul jetzt stand, war sein Sichtfeld auf den Hochsitz von nur zwei Baumstämmen leicht eingeschränkt. Er hatte gehofft, dass die Leiter des Hochsitzes auf der dem Wald zugewandten Seite angebracht sein würde, so dass er beim Hochsteigen das Hotel im Blick behalten konnte. Das hatte sich der Jäger wohl auch so gedacht, wenngleich es zu jener Zeit noch kein Hotel, sondern nur eine große Lichtung gegeben haben dürfte. Paul zückte seine Digitalkamera wie ein fotografierfreudiger Naturliebhaber und tat noch einmal einige Schritte auf den Hochsitz zu. Dann blieb er wieder stehen und horchte. Wer ihn so schleichen sah, musste mehr Verdacht schöpfen, als wenn er einfach mir nichts, dir nichts auf den Hochsitz zugegangen wäre und ihn ohne Zögern erklommen hatte. Aber er wollte nach Möglichkeit eben gar nicht erst entdeckt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis auf die unterste Sprosse schien die Leiter intakt zu sein. Ob sie 98 Kilo tragen würde? Paul bedauerte schon, sich seit Tagen mit dem leckeren Marzipan-Rosinenbrot vollgestopft zu haben. Er ließ seine Digitalkamera wieder in seine linke Hosentasche gleiten. Nicht nur, dass er beide Hände zum Hochsteigen benötigte, wenn er entdeckt würde, womöglich vom Hotelpersonal, dann war es doch besser, sie würden nicht Anstoß daran nehmen, dass es so aussah, als würde er ihr Hotel und die Hotelgäste fotografieren wollen. Als Ortsunkundiger hatte er sich halt verlaufen und der Versuchung nicht widerstehen können, einen leibhaftigen Hochsitz zu besteigen. Paul wartete bis sich sein Puls etwas beruhigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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    <dc:creator>wortmeldung</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://kriminalroman.twoday.net/topics/Kapitel+61+bis+70&quot;&gt;Kapitel 61 bis 70&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 wortmeldung</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-10T18:27:00Z</dc:date>
  </item>
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    <title>Der letzte Tag</title>
    <link>http://kriminalroman.twoday.net/stories/4967268/</link>
    <description>Kapitel 65 - 18. Juni 2008  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Paul zum letzten Mal das Gebäude seines Arbeitgebers verlassen hatte, in dem er zwölf Jahre tätig war, schaute er sich nach der Verabschiedung vom Pförtner, noch einmal um. Sein Blick fiel auf sein Büro, sein ehemaliges Büro, im ersten Stock, von dem aus man auf das gegenüberliegende Gymnasium blickte, auf die Gästeparkplätze, das Kabuff der Pförtner und den Schlagbaum. Man sah auch die Friedensallee, die S-Bahn-Brücke, einige mehrstöckige Wohnblocks, aus der Zeit um die Jahrhundertwende, wie sie für Altona typisch waren. Die Hausfassaden älteren Ursprungs entstammten der Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Paul mochte den strengen, konservativen Stil des Historismus nicht. Andere Fassaden zeigten an den Giebeln, an Umrandungen der Fenster und der Eingänge eindeutig die Merkmale des lieblichen frühen Jugendstils, dessen geschwungene Linien und Formen eine Seite in Paul ansprach, der er sich wenig bewusst war, die in der normierten Arbeitswelt nicht vorkam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul hatte sich innerlich wie abgestorben gefühlt. Keine Tränen, kein Schluchzen wie damals in Tönning am Tag der Beerdigung seines Großvaters. Die Situationen waren mehr als vergleichbar, aber von seinem geliebten Job hatte sich Paul Stück für Stück und lange vorher verabschiedet. Begonnen hatte sein körperlich erzwungener Abschied in Raten mit seinem ersten Hörsturz. Das waren die qualvollen eineinhalb Stunden des schnellen Karusselfahrens gewesen. Paul hatte es fast schon vergessen: Nach diesem Ausfall seines vestibularen Systems, wie es die Mediziner nannten, folgten nicht sofort die immer wiederkehrenden Schwindelattacken. Genau sechs Monate nach dem ersten Hörsturz folgte zunächst ein zweiter Ausfall seines Gleichgewichtssystems und ein erneuter Krankenhausaufenthalt, eine wieder nur relativ kurze Unterbrechung seiner Arbeit. Paul war zutiefst verunsichert. Er hatte sich durchaus nicht für unfehlbar gehalten, aber, dass sein Vestibularsystem streiken könnte, damit hatte er wirklich nicht gerechnet. Er hatte nicht einmal gewusst, dass er über so etwas überhaupt verfügte, geschweige denn, dass es über seine Karriere und seine ganze Existenz und die seiner Familie entscheiden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er versuchte seine Probleme in den Griff zu bekommen, so wie er es immer tat, mit dem Verstand. Paul hatte in der Folge viel gelesen über Hörstürze, Durchblutungsstörungen, Entspannungstechniken: &apos;Das vestibulare System ist primär darauf ausgerichtet Richtungs- und Ortsveränderungen sowie Körperhaltungen zu erfassen. Dazu benötigt das Vestibularsystem Bewegung und Beschleunigung, um Informationen über die grundlegende Lage und Orientierung im Raum zu erhalten. Seine Leistungen bestehen neben der Erfassung von Richtungs- und Ortsveränderungen darin, das Körpergleichgewicht zu erhalten, und die Orientierung über die Rotationen des Körpers zu behalten.&apos; Er bekam kluge Bücher geschenkt: Die Flucht in die Krankheit, Krankheit als Weg, Krankheit als Chance. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul hatte keine Chance, er konnte nicht wie seine Mitarbeiter so einfach den Arbeitsplatz wechseln. Erstens hatte er sich in den bis dahin zehn Jahren etwas aufgebaut. Zweitens wäre er mit seiner angeschlagenen Gesundheit, gar nicht in der Lage gewesen, als Personalleiter eines anderen Unternehmens voll durchzustarten. Seine Kraft, sein Zutrauen, seine Zuversicht, seine Ausstrahlung, alles hatte erheblich gelitten. Er musste sich einfach durchbeißen. Aber das war einfacher gesagt als getan. Erst zu diesem Zeitpunkt hatten seine permanenten Schwindelgefühle eingesetzt. Kein Karusselschwindel. Ein Gehschwindel. Erst hatte er den mittäglichen Gang zu Kantine vermieden. Er wusste nicht, wie er heil in den fünften Stock und wieder zurück kommen sollte. Er unterließ jeden vermeidbaren Weg, zum Kopierer, zu seinen Mitarbeitern. Die Toiletten lagen zum Glück nur wenige Schritte von seinem Büro entfernt. Jeder Gang zu einem der Meetings oder einem Gespräch mit einem der Ressortleiter wurde ihm zur Qual. Nicht selten waren die Toilette und später dann die Liege im Ruheraum des betriebsärztlichen Dienstes, der zu seinem Verantwortungsbereich gehörte, seine letzten Zufluchtstätten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Körper hatte sich lange vor ihm verabschiedet, lange bevor er selbst es wahrhaben wollte, dass die SchwarzChem GmbH für den Verkauf vorbereitet wurde, um danach integriert und bis auf zwei kleine Sparten in Hamburg aufgelöst zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.</description>
    <dc:creator>wortmeldung</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://kriminalroman.twoday.net/topics/Kapitel+61+bis+70&quot;&gt;Kapitel 61 bis 70&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-06-02T21:25:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://kriminalroman.twoday.net/stories/4963157/">
    <title>Woodstock</title>
    <link>http://kriminalroman.twoday.net/stories/4963157/</link>
    <description>Kapital 64 - 18. Juni 2007&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul sah keine andere Möglichkeit mehr, sich seinem Ziel zu nähern. Gut, er hätte den Wagen entlang der sich mehrere hundert Meter durch den Wald schlängelnden Zufahrt parken können. Aber das wäre eher aufgefallen, als wenn er ihn gleich einfach mitten auf den Parkplatz stellte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Zufahrt-zum-Hotel-Bosvrede&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Kriminalroman/images/Zufahrt-zum-Hotel-Bosvrede.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zufahrt zum Hotel Bosvrede führte durch den Wald, den Paul zuvor vergebens zu Fuß zu durchqueren versucht hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul hatte es sich sowieso gänzlich anders überlegt, er wollte seinen BMW nicht so weit weg stehen haben. Er fühlte sich sicherer, wenn er ihn in seiner Nähe wusste. Außerdem waren Teile des Parkplatzes vom Eingang und Empfang des Hotels her gar nicht einsehbar. Die Rhododendren bildeten nicht nur einen schönen Rahmen, sondern auch einen fast vollkommenen Sichtschutz. Die meisten Parkplätze waren nur vom oberen Stockwerk aus zu sehen. Dort befanden sich die Doppelzimmer, von denen, wie Paul wusste, einige nicht vermietet waren. Es war früher Nachmittag. Paul wählte doch keinen Platz in der Mitte. Er fuhr bis zum Ende durch und stellte sich rückwärts einparkend wieder auf denselben Platz, auf dem er bei seinem letzten Besuch gestanden hatte. Paul war ein Gewohnheitstier. Er ließ seinen Blick schweifen. Auf der oberen Etage war niemand zu sehen. Im Rückspiegel versuchte er die Entfernung zu den ersten Bäumen abzuschätzen. Er steckte seine Digitalkamera in seine linke Hosentasche. Das Handy ließ er im Wagen. Zum Hoteleingang war ihm die Sicht versperrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul mochte die immergrünen Rhododendren. Im Hamburger Stadtpark, in der Umgebung des Planetariums, waren sie besonders schön und zahlreich. Dort um die Ecke befand sich auch das Landhaus Walter, in dem er letztes Jahr mit Claudia zusammen eines seiner bewegendsten Konzerte gehört und erlebt hatte. Melanie war nach Hamburg gekommen. Die Melanie, die in jungen Jahren beim legendären Woodstock-Festival aufgetreten war, zusammen mit Jimi Hendrix, Joe Cocker, Joan Baez, Grateful Dead, Santana, Canned Heat, Janis Joplin, CCR, Ten Years After, Iron Butterfly - nein, die waren ja nicht aufgetreten, weil sie nicht ankamen. (Sie hatten am Flugplatz den geforderten Hubschrauber nicht gestellt bekommen) - Richie Havens mit der unvergessenen Improvisation &lt;i&gt;Freedom&lt;/i&gt;, Blood Sweat &amp; Tears, Crosby Stills &amp; Nash - ihr erst zweiter Auftritt mit dem neuen Bandmitglied Neil Young, Jefferson Airplane, The Who, John Sebastian, Sly and the Family Stone, Mountain, Arlo Guthrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul kannte sie alle. Er kannte auch das David Crosby zugeschriebene Zitat &quot;&lt;i&gt;If you remember the sixties, you probably weren&apos;t there.&lt;/i&gt;&quot; Es spielte auf den allgemeinen Drogenkonsum jener Zeit an. Melanie hatte ihr Gefühl beschrieben: &apos;Sie sei wohl die einzige Musikerin gewesen, die in Woodstock nicht unter Drogen stand.&apos; Auch viele der Festivalbesucher schwebten damals wie weggetreten in anderen Sphären. Deshalb auch der selbstironische Crosby Spruch &apos;&lt;i&gt;Wer sich an die sechziger Jahre erinnert, der war wahrscheinlich nicht dabei gewesen.&lt;/i&gt;&apos; Paul war dabei gewesen, wenn auch leider nicht in Woodstock. Er erinnerte sich genau und gern an jene Jahre. Er hatte ja auch kein einziges Mal Haschisch geraucht. Er hatte gar nicht geraucht. Aber es war trotzdem eine tolle Zeit gewesen. Eine Zeit des Aufbruchs zu neuen Werten und einer besseren Gesellschaft. Aber wen interessierte das heute noch? Vor allem ihn sollte das heute nicht interessieren!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul zwang sich zur Konzentration. Er wollte jetzt nur keine Fehler machen. Er sah sich noch einmal um und stieg aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.</description>
    <dc:creator>Paul - Outplacement </dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://kriminalroman.twoday.net/topics/Kapitel+61+bis+70&quot;&gt;Kapitel 61 bis 70&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Paul - Outplacement </dc:rights>
    <dc:date>2008-05-31T19:15:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://kriminalroman.twoday.net/stories/4958274/">
    <title>Finanzamt Elmshorn</title>
    <link>http://kriminalroman.twoday.net/stories/4958274/</link>
    <description>Kapitel 63 - 18. Juni 2007&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin doch bescheuert, dachte Paul, als er im Wagen saß. Ich bekomme die größten Schweißausbrüche, wenn ich mich über einen fremden Router ins Internet einwähle, womit ich nun wirklich niemandem wehtue. Ich flüchte, sobald nur irgendwo ein &apos;Zugang verboten&apos;-Schild vor mir auftaucht. Habe ich kein Ticket gelöst, sehe ich mich noch tagelang von Sondereinsatzkommandos verfolgt. Das kann doch nicht wahr sein. Alle Welt um ihn herum scherte sich den Teufel um Gesetze und Vorschriften. Ganz im Gegenteil, je verrückter und skrupelloser desto besser. Amerikanische Musikstars und diese Paris Hilton wurden durch Gesetzesüberschreitungen, Gerichtsprozesse, Schuldsprüche und Gefängnisaufenthalte erst so richtig populär und erfolgreich. Es schadete ihnen nicht. Es kam ihnen sogar zugute. Fußballprofis drohten Eigentore zu schießen, um ihre gültigen Verträge nicht erfüllen zu müssen. Vorstandsmitglieder großer Unternehmen durften bestechen wie sie wollten, kassierten dafür Jahresbezüge von mehreren Millionen Euro, um sich anschließend vor Gericht mit 40000 Euro frei zu kaufen. Und die braven Bürger waren die Dummen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul musste immer wieder an den dreisten Beamten vom Finanzamt Elmshorn denken, der ihm so übel mitgespielt hatte. Er war bereits einige Jahre selbstständig gewesen, als das Finanzamt eine Prüfung in seinen Räumen angekündigt hatte. Als der Prüfer auf der Matte stand, begehrte er zunächst einmal, sein Büro inspizieren zu dürfen. Paul hatte zwar kein Arbeitszimmer von der Steuer abgesetzt, aber er wollte sich konstruktiv geben und den Prüfer auf gar keinen Fall gegen sich aufbringen. Also führte er den Herrn in ihr Schlafzimmer. Die Bemerkung, die der Prüfer beim Anblick der Büroecke zwar nicht über das Büro-im-Schlafzimmer, aber über Pauls Bürostuhl machte, hätten nach Pauls Ermessen für ein Amtsenthebungsverfahren ausreichen müssen, auch wenn es so etwas für die deutschen Finanzbeamten wahrscheinlich gar nicht gab. Es war ein Stuhl aus der Zeit des Jugendstil, den Claudia von ihrem Vater geerbt hatte. Paul hatte die höhnischen Worte des Prüfers zum Glück wirklich vergessen, nicht aber den Vorfall an sich. Er hätte ihn nie beweisen können und die Prüfung stand ihm ja noch bevor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul hatte zwar keinen einzigen &lt;i&gt;Fehler&lt;/i&gt; zu seinen Gunsten in seine Umsatz- und Einkommensteuer-Erklärungen eingebaut. Die Erklärungen für die drei Jahre, die geprüft werden sollten, stimmten bis auf den letzten Cent. Er hatte keinen einzigen Beleg von Verwandten einfließen lassen und  auch keine Privatausgabe als Betriebsausgabe gezählt. Er hatte keine Betriebsausgabe doppelt eingerechnet, wie es andere gern schon einmal, natürlich &apos;aus Versehen&apos;, taten. Er hatte keine Familienangehörigen angestellt, ohne dass diese wirklich beschäftigt wurden. Seine Mutter hatte in einen Jahr für ihn den Schriftverkehr und die Ausfertigung von Unterlagen übernommen. Seine Geschäfte waren so gut gelaufen, dass er es nicht allein geschafft hatte. Obwohl er  nichts zu verbergen hatte, wollte er doch, dass der Prüfer so schnell wie möglich wieder aus ihrer Wohnung verschwand. Paul schluckte deshalb nur und bot dem Prüfer eine Tasse Kaffee an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prüfer prüfte und prüfte, drei Tage lang und er wurde fündig, wo gar nichts zu finden war! Der PC, die Kosten für Software, Internet und Drucker wurden Paul nur zur Hälfte als Betriebsausgaben anerkannt. Paul beteuerte, was auch wirklich so war, dass er weder den PC noch das Internet jemals privat genutzt hatte. Alexandra war erst fünf Jahre alt gewesen. Er hätte sie nie an den PC mit seinen Firmendaten und -programmen gelassen. Das wäre viel zu riskant gewesen. Claudia wollte von Computern gar nichts wissen und er selbst saß während seiner Arbeit lange genug vor dem Bildschirm. Spiele am Computer? Das war nichts für ihn und nackte Tatsachen, das hatte er auch nicht nötig. (Er hatte sich in seinem Leben noch nicht ein einziges Mal eine von diesen Männerzeitschriften gekauft.) Der Prüfer fragte ihn, ob er beweisen könne, den PC nicht privat genutzt zu haben. Versuchen Sie einmal zu beweisen, dass etwas, das nicht passiert ist, wirklich nicht passiert ist. Das ist nach allen Gesetzen der Logik schlichtweg unmöglich. Das geht einfach nicht. Beweisen Sie einmal, dass Sie noch nie ein Wildschwein geküsst haben! Beweisen Sie das einmal! Sehen Sie, es geht nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So in der Art versuchte Paul, das dem Prüfer verständlich zu machen. Ohne Erfolg. Der Prüfer sagte noch die folgenden Sätze, die sich Paul gut gemerkt hatte: &quot;Aller Erfahrung nach wird bei den Angaben zur betrieblichen PC-Nutzung gelogen! Wenn sie möchten, dass wir ihre Steuerklärung, und da denke ich vor allem an die Tätigkeit ihrer Mutter, noch einmal intensiver prüfen, können sie ja Widerspruch gegen den Bescheid einlegen.&quot; Eine bodenlose Unverschämtheit und noch dazu gleich eine doppelte! Der Finanzbeamte aus Elmshorn bedeutete ihm, da alle lügen, müsse er das auch bei ihm unterstellen. Und da der Beamte gerade dabei war, unterstellte er Pauls Mutter gleich noch, an seinem angeblichen Steuerdelikt mitgewirkt zu haben. Das war der Gipfel! Paul hatte keinen Widerspruch eingelegt. Seine Mutter war nach mehreren Herzattacken stark angeschlagen. Schon ein offizielles amtliches Schreiben des Finanzamtes wäre ihrer Gesundheit alles andere als zuträglich gewesen. Das Risiko war Paul damals einfach zu groß. Er hatte schweren Herzens auf mehr als 3600 Euro verzichten müssen, die er aufgefordert wurde, an das Finanzamt nachzuentrichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;286&quot; alt=&quot;Finanzamt&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Kriminalroman/images/Finanzamt.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul war als redlicher Steuerzahler alles andere als gut auf das Finanzamt Elmshorn zu sprechen, allerdings aus anderen Gründen als die meisten seiner Mitbürger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle betrogen, wurde er zur Kasse gebeten. Unmoral zahlte sich aus. Ehrlichkeit wurde bestraft. Das war Paul damals in aller Deutlichkeit klargemacht worden. Er konnte trotzdem nicht aus seiner Haut. Er achtete Verbotsschilder auch heute noch und er kletterte nicht über Absperrzäune. Einer verdorbenen Gesellschaft sollte es nicht gelingen, ihn zu verderben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.</description>
    <dc:creator>Paul - Outplacement </dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://kriminalroman.twoday.net/topics/Kapitel+61+bis+70&quot;&gt;Kapitel 61 bis 70&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Paul - Outplacement </dc:rights>
    <dc:date>2008-05-29T18:48:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://kriminalroman.twoday.net/stories/4948394/">
    <title>Durchgang verboten</title>
    <link>http://kriminalroman.twoday.net/stories/4948394/</link>
    <description>Kapitel 62 - 18. Juni 2007&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul wusste, dass es ihm schwerfallen würde, sich wieder aufzuraffen, wenn er erst einmal zurück in ihrem Apartment wäre. Zu gern hätte er den Camcorder ausgepackt und getestet. Im Auto ging das nicht so richtig. Also verstaute er die Einkaufstüte mitsamt Inhalt im Kofferraum. Damit sie nicht hin- und herrutschen konnte, befestigte er sie mit einem Gurt, der  an zwei an den Seiten des Kofferraums eingelassenen Haken hing. Er kannte den genauen Weg von Alkmaar nach Bergen nicht und erst recht nicht den kürzesten. Deshalb brauchte er fast genauso lange wie von Broek op Langedijk nach Bergen. Irgendwo zwischen Wilhelminalaan und dem Hotel Bosvrede stellte er seinen BMW am Waldrand ab. Ausgestiegen, überkam ihn das Gefühl, etwas vergessen zu haben. Sein Handy hatte er dabei. Er hatte es für den Fall, dass sich seine Damen melden sollten, sogar eingeschaltet. Er erinnerte sich an &apos;Für Elise&apos; und stellte es auf lautlos. Seinen Camcorder hatte er im Auto, aber er brauchte ihn nicht. Seine Digitalkamera hatte er auch eingesteckt und seine Wandel- &amp; Fietskaart sowie den Stadtplan von Bergen hielt er bereits in Händen. Jetzt fiel es ihm ein. Seit ewigen Zeiten besaß er einen kleinen Kompass, der ihm schon auf seinen Wanderungen in Italien wertvolle Dienste geleistet hatte. Er lag jetzt in der Schublade zwischen seinen Socken. Er hatte nicht daran gedacht ihn mitzunehmen. Wahrscheinlich würde er ihn gar nicht benötigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er marschierte los. Am Waldrand entlang in Richtung Norden. In den ersten kleinen Waldweg bog er ein. Nachdem er etwa zehn Minuten gegangen war, der Waldweg war in einen Fußweg übergegangen und der Fußweg in einen sich schlängelnden Trampelpfad, versperrte ihm eine fünf Meter breite Gracht den Weg. Er folgte dem Ufer und orientierte sich mangels Kompass am Stand der Sonne, die jetzt links hinter ihm lag. Paul grübelte über die deutsche Sprache. Warum sagte man, dass die Sonne hinter einem liegt, obwohl sie doch eher hängt. Schon kurze Zeit später grübelte er über sein weiteres Vorgehen nach. An ein Vorwärtsgehen war nämlich nicht mehr zu denken. Die Gracht vollzog, was vollkommen untypisch für Holland war, einen Bogen nach rechts und brachte ihn endgültig von seiner geplanten Richtung ab. Es gab keine einzige Brücke. Da war nichts zu machen. Nach weiteren zehn Minuten landete er wieder auf der Straße. Da sie schnurgerade verlief, konnte er weit entfernt seinen BMW erkennen. Sonst war niemand zu sehen, auch kein anderes Fahrzeug. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul folgte der Straße die die Gracht überquerte und versuchte den nächsten Waldweg. Dieses Mal war es keine Gracht, sondern ein eineinhalb Meter hoher Zaun. Zwischen in den Boden gerammten Holzpfählen waren Maschendraht und oben Stacheldraht gespannt. Es sah so aus, als wenn hinter dem Zaun die unter Naturschutz stehenden Dünen begannen. Paul folgte dem Zaun, der, wie es ihm schien, gar kein Ende nehmen wollte. Ein meterhohes grünes Schild bestätigte seine Vermutung. Es beraubte ihn aber auch aller Illusionen, doch noch dahin zu gelangen, wo er hinwollte. Er las:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Staatsbosbeheer&lt;br /&gt;
BERGENSE DUINEN&lt;br /&gt;
vrij wandelen op wegen en paden&lt;br /&gt;
verboden toegang&lt;br /&gt;
buiten wegen en paden, moto&lt;br /&gt;
ART. 461 W.V.S&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schrift nach &apos;moto&apos; war zerkratzt und nicht mehr so recht zu entziffern. Was Paul lesen und verstehen konnte, das reichte ihm. Jetzt hatte er es weiß auf grün. Da kam er ohne Gesetzesübertretung nicht durch. Zwanzig Minuten später war er wieder bei seinem BMW.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.</description>
    <dc:creator>Paul - Outplacement </dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://kriminalroman.twoday.net/topics/Kapitel+61+bis+70&quot;&gt;Kapitel 61 bis 70&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Paul - Outplacement </dc:rights>
    <dc:date>2008-05-25T18:22:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://kriminalroman.twoday.net/stories/4934868/">
    <title>Betriebliche Altersversorgung</title>
    <link>http://kriminalroman.twoday.net/stories/4934868/</link>
    <description>Kapitel 61 - 18. Juni 2007 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten drei Jahren seines Arbeitnehmerdaseins, als solches empfand er es auch als Leitender Angestellter, war die Arbeit zunehmend freudloser geworden. Seitdem die Hochpharma AG ihre jahrelange Minderheitsbeteiligung aufgestockt hatte, war nichts mehr gewesen wie zuvor. Sein Chef war ausgetauscht worden. Ein ehemaliger Assistent des Vorstandsvorsitzenden der Hochpharma AG hatte seinen Posten übernommen. Von da an zählte nicht mehr der Mensch, sondern er selbst, sein Chef. Geschliffen im Umgang aber mit kalten Augen und kalten Entscheidungen. Null Feeling oder Händchen für die eigenen Mitarbeiter oder das Personal. Schon nach kurzer Zeit waren die Mitarbeiter, die in Pauls Hauptabteilung arbeiteten, am Verzweifeln. Die Sachbearbeiterinnen fehlten jetzt häufiger mit Grippe und kleineren aber sehr wohl vorhandenen Wehwehchen. Mit der Lust zur Arbeit waren auch ihre natürlichen Abwehrkräfte geschwunden. Pauls Stellvertreter, ein ganz exzellenter Mann, bekam eine immer gravierender werdende Neurodermitis. Ein Personalreferent und eine Sekretärin kündigten bei nächstbester Gelegenheit. Paul konnte das, was sein Chef anrichtete gar nicht alles abpuffern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Tage nachdem Pauls Stellvertreter ebenfalls kündigte, hatte Paul seinen Hörsturz erlitten. Die Anfängerfehler konnte er seinem neuen Chef noch verzeihen. Er hatte eine vollkommen unbekannte Personalberatung beauftragt, fünf neue Führungskräfte zu beschaffen. Auch in anderen Bereichen der SchwarzChem GmbH ging es drunter und drüber und Kündigungen waren an der Tagesordnung. Es war klar, dass jede kleinere Personalberatung mit einem solch großen Auftrag überfordert sein würde. Schon rein von der nicht vorhandenen Manpower her, die ein solcher Auftrag benötigte, wenn er sauber und erfolgreich erledigt werden wollte. Ergebnis: Die 200000 DM Beratungshonorar mussten abgeschrieben werden. Nicht eine einzige der fünf freien Stellen war von den beauftragten Headhuntern besetzt worden, das Honorar entgegen aller Geflogenheit aber trotzdem in voller Höhe fällig. Damit begann das Gerede über seinen neuen Chef, aus dem sich Paul natürlich heraushalten musste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul selbst waren sehr viel früher und ganz schnell die Augen geöffnet worden. Er hatte von seinem Leiter der Entgeltabrechnung wieder einmal die Liste der Betriebsrentner erhalten. Das waren alle ehemaligen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, denen das Unternehmen eine monatliche Betriebsrente zahlte. Den meisten von ihnen so zwischen 30 und 130 DM monatlich. Nicht dabei die ehemaligen Geschäftsführer, deren Renten vom Hauptabteilungsleiter des Finanz- und Rechnungswesens persönlich abgerechnet wurden. Paragraph 16 Abs. 1 des Gesetzes zur Verbesserung der Betrieblichen Altersversorgung verpflichtete die Unternehmen und damit auch Pauls Arbeitgeber, die laufenden Renten alle drei Jahre an die Entwicklung der Lebenshaltungskosten eines 4-Personenhaushaltes anzupassen. Die aktuell bezogene Rente sollte für die Betriebsrentner stets so viel wert sein, das heißt, genau so viel Kaufkraft besitzen, wie zum Zeitpunkt der ersten Rentenzahlung. Wenn es dem Unternehmen schlecht ging, durfte es die Betriebsrenten auch schon einmal um nur die Hälfte der Teuerungsrate erhöhen. In ganz seltenen, gerichtlich nachprüfbaren Fällen durfte die Dynamisierung ausgesetzt werden. Sie war aber nachzuholen, sobald es der Firma wieder besser ging. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Liste, die Paul zum nächsten Gespräch mit seinem Chef mitnahm, enthielt alle Betriebsrentner, denen seit mehr als drei Jahren eine Betriebsrente gezahlt wurde. In einer Spalte stand der monatlich gezahlte Rentenbetrag, in der danebenliegenden der monatliche Erhöhungsbetrag, der sich ergab, wenn man die Monatsrente des einzelnen ehemaligen Mitarbeiters mit der kumulierten Inflationsrate der letzten drei Jahre multiplizierte. Die folgende Spalte enthielt das 12-fache der letzten, nämlich die jährlich auflaufenden Mehraufwendungen pro Rentner und eine weitere Spalte die Auswirkungen auf die Kostenstelle der Betriebsrenten für das gerade laufende Jahr. Die zusätzlichen Gesamtkosten rechneten sich per anno auf einen Betrag, der nicht einmal ein Zehntel des Honorars ausmachte, die sein Chef gerade der unbekannten Personalberatung überwiesen hatte. Es waren weniger als 20.000 DM.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;Alkmaar-neu&quot; width=&quot;300&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Kriminalroman/images/Alkmaar-neu.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fußgängerzone in Alkmaar. Hier hatte Paul den Camcorder gekauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pauls Chef entschied nach kurzer Überlegung, dass die Betriebsrenten nicht angepasst werden. Nur diejenigen ehemaligen Mitarbeiter, die ihre Rentenanpassung anmahnen würden, sollten eine Rentenerhöhung erhalten, alle anderen aber nicht. Da so gut wie niemand, noch nicht einmal der Betriebsrat den entsprechenden Passus des Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung kannte, forderten in den Monaten darauf nur zwei Rentner ihr gutes Recht ein. Als für die meisten Arbeitsplätze der SchwarzChem GmbH das Ende absehbar gewesen war, hatte Paul den ihm vertrauten Vorsitzenden des Betriebsrates unter der Hand informiert. Als dieser aus dem BR-Sekretariat zwei Becher Kaffee holte, hatte Paul eine Kopie des entsprechenden Paragraphen des Gesetzes auf den Schreibtisch des Betriebsrates platziert. Beim anschließenden Kaffeetrinken und informellen Fachsimpeln hatte Paul die Kopie gegriffen und so getan, als ob er sie das erste Mal zu Gesicht bekäme: &quot;Was habt ihr für interessante Artikel hier liegen!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der BR-Vorsitzende kannte Paul gut und respektierte ihn, erst recht seitdem Pauls Chef das Kommando übernommen hatte. Paul konnte sich sicher sein, dass sein Chef von diesem Vorgang nie etwas zu Ohren kommen würde. In den Wochen, die auf das Kaffeetrinken im BR-Zimmer folgten, gingen im Personal- und Sozialwesen hunderte von Schreiben ehemaliger Mitarbeiter ein, die eine Rentenanpassung forderten. Alle erhielten sie von Pauls Hauptabteilung postwendend einen Bescheid über die Anhebung ihrer Betriebsrenten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.</description>
    <dc:creator>Paul - Outplacement </dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://kriminalroman.twoday.net/topics/Kapitel+61+bis+70&quot;&gt;Kapitel 61 bis 70&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Paul - Outplacement </dc:rights>
    <dc:date>2008-05-18T22:04:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://kriminalroman.twoday.net/stories/4928937/">
    <title>Der Einkauf</title>
    <link>http://kriminalroman.twoday.net/stories/4928937/</link>
    <description>Kapitel 60 - 18. Juni 2007  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul hatte sich beim Frühstück sehr bemüht, so zu tun, als sei gar nichts gewesen. Er zeigte sich von seiner liebenswürdigsten Seite. Als ihm das alles nicht half, stellte er seinen Ausbruch als ganz natürlichen Reflex auf Claudias ewiges Generve dar. Jedem anderen wäre es genauso ergangen wie ihm. Jedem wäre es irgendwann zuviel gewesen, immer wieder als negativ, unnormal und damit letztendlich als ein wenig verrückt hingestellt zu werden. Er sei ja wirklich den ganzen Sonntag positiv gewesen. Und kaum sagte er abends nur einmal &apos;So ein Unsinn&apos;, schon wird er wieder abgestempelt und in die alte Schublade geworfen. Dabei hätte er im Internet etwas gelesen, das sogar sie, seine Damen, als Unsinn abgetan hätten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Schwachsinn hast du gesagt.&quot;, korrigierte ihn Alexandra. &quot;Was hast du denn gelesen?&quot;, wollte sie wissen. Soweit waren sie ihm also schon gefolgt. Damit hatte er sie auf der richtigen Schiene. Jetzt brauchte er nur noch eine plausible Antwort. &lt;br /&gt;
&quot;Kannst du mir bitte mal die Kalbsleberwurst rüberreichen?&quot;, bat er Claudia. &quot;Danke! Ich glaube, es ging um die Schulreform und darum, dass der Artikel sich für eine Abschaffung der Gymnasien aussprach, mit dem Argument, nur so die schulischen Leistungen auf ein international konkurrenzfähiges Niveau anheben zu können. Du kennst ja die Pisa-Debatte.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Das ist wirklich der größte Quatsch! Mama! Ich hab keine Lust mit den Typen aus der Realschule zusammen in eine Klasse zu gehen. Mit den Chaoten aus der Volksschule erst recht nicht. Dann geh ich lieber ab!&quot; &lt;br /&gt;
&quot;Sag ich doch! Nach Mamas Negativismus-Positivismus-Theorie hätte ich diesen Unsinn noch gutheißen sollen.&quot;, fühlte sich Paul schon wieder viel besser. Da hatte er sich noch einmal herausgewunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem Blick auf die Uhr ließen sie alles stehen und liegen. Sie waren spät dran. Alexandra suchte ihre Habseligkeiten für den Tag zusammen. Claudia unterzog ihr Äußeres vor dem Spiegel einer letzten Inspektion und Paul holte den Wagen. Mit fliegenden Fahnen ging es nach Heerhugowaard, wo sie dann aber doch noch fünf Minuten auf den Zug nach Amsterdam warteten. Paul winkte seinen Damen hinterher. Er ging an &lt;i&gt;seinem&lt;/i&gt; BMW vorbei, überquerte den Parkplatz und die Straße, auf deren anderer Seite er eine Bank mit Geldautomat gesehen hatte. Er wollte den Camcorder bar bezahlen. Für die Hausarbeiten hatte er noch den ganzen Tag Zeit. Also fuhr er gleich weiter nach Alkmaar. Insgeheim fürchtete er, dass der SONY-Camcorder dort nicht vorrätig sein würde und er entweder einen anderen nehmen oder sich doch noch nach Amsterdam aufmachen müsste. Oder war das zu negativ gedacht? Paul musste über sich selbst schmunzeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und siehe da, es war zu negativ gedacht. Obwohl das Geschäft keine große Auswahl bot, nicht mehr als vielleicht zwölf verschiedene Camcorder, war seiner dabei. Er unterhielt sich mit dem Verkäufer auf Englisch, ließ sich alle Funktionen erklären und probierte sie gleich im Laden aus. Zuerst verschlug ihm der Zoom die Sprache. Das war ja unglaublich. Dann war es der Preis. Er meinte sich zu erinnern, dass er im Internet etwas von &apos;ab 439&apos; gelesen hatte. Hier sollte der Camcorder 698 Euro kosten. Er hätte es sich eigentlich denken können. Die Internetshops sind immer etwas günstiger, da sie ohne Ladenmiete etc. ganz anders kalkulieren können. Und bei Angeboten mit dem kleinen Wörtchen &apos;ab&apos; war ja immer Vorsicht geboten. So gesehen gingen die 698 Euro wahrscheinlich sogar in Ordnung. Der Ersatzakku kostete auch noch einmal 78 Euro. Paul zahlte bar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.</description>
    <dc:creator>Paul - Outplacement </dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://kriminalroman.twoday.net/topics/Kapitel+51+bis+60&quot;&gt;Kapitel 51 bis 60&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Paul - Outplacement </dc:rights>
    <dc:date>2008-05-15T18:04:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://kriminalroman.twoday.net/stories/4895971/">
    <title>Schizophrenie</title>
    <link>http://kriminalroman.twoday.net/stories/4895971/</link>
    <description>Kapitel 59 - 17. Juni 2007&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pauls Lippen bewegten sich nicht. Er gab keinen einzigen Ton von sich. Er konnte allerdings auch nicht so gut singen wie Vico Torriani. Dafür spielte die Musik in ihm:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
O du mein Napoli,&lt;br /&gt;
dich muss man lieben!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer dich nur einmal sah,&lt;br /&gt;
ist treu dir geblieben!&lt;br /&gt;
Kann ich dich wiedersehn,&lt;br /&gt;
dann ist das Leben schön.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Santa Lucia,&lt;br /&gt;
Santa Lucia!&lt;br /&gt;
Da wohnt das Glück für mich.&lt;br /&gt;
Was bin ich ohne dich!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Santa Lucia,&lt;br /&gt;
Santa Lucia!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach außen wirkte Paul oft verträumt und unbeteiligt. Er nahm nicht so recht am Leben teil, das sich um ihn herum abspielte. Er blieb immer ein wenig reserviert und zurückhaltend. Der Großteil seines Lebens spielte sich in ihm ab. So wenig wie er sich am Leben der anderen beteiligte, so wenig ließ er andere an seinem Leben teilhaben. Sein Klassenlehrer in der Mittelschule, hatte sich am Ende des letzten Schuljahres von jedem Schüler verabschiedet. Vor der Klasse stehend hatte er es bedauert, Paul selbst nach sechs gemeinsamen Schuljahren nicht wirklich kennengelernt zu haben. Paul hatte sich nie geöffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;P1010005&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Kriminalroman/images/P1010005.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tür zu Pauls ehemaligem Klassenzimmer in der Realschule Garstedt. Garstedt ist heute ein Stadtteil von Norderstedt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Papa! Aufwachen! Du träumst schon wieder!&quot; &lt;br /&gt;
&quot;Er fischt bestimmt wieder im Trüben. Wir kennen ihn ja. Da kann er sich noch so viel vornehmen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Claudias Worte wurde Paul immer ganz schnell und wirkungsvoll in die Realität zurückbeordert. Da fiel es ihm auch gar nicht schwer, sich zu erinnern, was er eigentlich vorgehabt hatte. &apos;&lt;i&gt;Ein Pessimist ist ein Optimist, der nachgedacht hat.&lt;/i&gt;&apos;, stand auf dem Display von Claudias Lap, der auf seinen Oberschenkeln ruhte. Er hatte den roten Faden wiedergefunden und tippte &apos;negativismus&apos; in die Tastatur. Paul traute seinen Augen nicht. Er hatte erwartet, in etwa Folgendes angezeigt zu bekommen: Es wurden keine Webseiten gefunden, in denen der eingegebene Suchbegriff vorkommt. Vergewissern Sie sich, dass sie das Wort richtig geschrieben haben. Probieren Sie andere oder allgemeinere Suchbegriffe. Stattdessen wurden ihm 784 Treffer angezeigt. So viele Internetseiten, auf denen das Wort &apos;Negativismus&apos; vorkam!? Damit hatte er bis zum Ende seines Urlaubs genügend Lesestoff. Allein ihm fehlte die Lust. Aber seine Neugierde war schon ein wenig geweckt. Zuerst wieder Wikipedia.de:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&apos;&lt;i&gt;Negativismus&lt;br /&gt;
In der westlich-orientierten Psychiatrie wird im Zusammenhang mit der Diagnose &apos;katatone Schizophrenie&apos; Negativismus als Symptom genannt.&lt;/i&gt;&apos;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war kurz, bündig und erschreckend deutlich! Paul war ziemlich geschockt. Außer ein paar Ausführungen zur Bedeutung des Begriffs &lt;i&gt;Negativismus&lt;/i&gt; in der Philosophie stand da nichts, nichts weiter. Solch eine Kernaussage hatte er wirklich am allerwenigsten erwartet. Bisher war er mit Wikipedia immer sehr zufrieden gewesen. Vielleicht hatte Claudia nicht so ganz unrecht, wenn sie ihn ab und zu als etwas negativ empfand. Ihre Ausdrucksweise war halt kräftig, deshalb verwendete sie das Wort &lt;i&gt;Negativismus&lt;/i&gt;. Aber schizophren? Das war ja wohl ein schlechter Scherz! Er fühlte sich auf der sicheren Seite. Das konnte ja gar nicht angehen. Deshalb war es für ihn auch gar kein Problem, sich das Ganze noch etwas genauer anzuschauen. Er googelte &apos;Schizophrenie&apos;. Wieder eine Unmenge von Treffern. Wahllos klickte Paul und las, wohin sein Blick gerade fiel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&apos;&lt;i&gt;Die Schizophrenie hat eine multifaktorielle, komplexe Genese, vorwiegend ist sie jedoch auf genetische Faktoren zurück zu führen.&lt;/i&gt;&apos; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese blöde Rechtschreibreform. Das musste doch &apos;zurückzuführen&apos; heißen. Zusammengeschrieben natürlich! Jetzt schrieb kein Mensch mehr richtiges Deutsch. Wie hatte eine Ministerin von Schleswig-Holstein so schön gesagt? Mit der Rechtschreibreform solle es den ausländischen Mitbürgern erleichtert werden, mit der deutschen Sprache zurechtzukommen. Das hatte gut funktioniert. Was die deutsche Rechtsschreibung anging, fühlte sogar er sich jetzt wie ein Ausländer. Die Ausländer mussten sich schreibtechnisch wie unter ihresgleichen vorkommen. Perfekte Einbürgerung! Tolle Politik! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul hatte sich vom Thema abbringen lassen. Was bedeutete denn das? &lt;i&gt;Multifaktor...&lt;/i&gt; Aha, die Schizophrenie kann durch alles Mögliche ausgelöst werden. &lt;i&gt;Vorwiegend genetisch&lt;/i&gt;. Oh, meistens ist sie aber in die Wiege gelegt. Von Geburt an!! Claudias Worte! Jetzt hatte Paul genug! &lt;br /&gt;
&quot;So ein Schwachsinn!!&quot;, entfuhr es ihm. &lt;br /&gt;
&quot;Papa!&quot;, kam die prompte Reaktion von Alexandra. &lt;br /&gt;
&quot;Sag ich doch. Das kann Papa einfach nicht durchhalten. Gleich wieder ein Rückfall in alte Zeiten. Negativismus pur!&quot; Claudia fühlte sich total bestätigt.&lt;br /&gt;
&quot;Um was hatten wir gewettet?&quot; &lt;br /&gt;
&quot;Jetzt haltet endlich Mal auf mit diesem ewigen &lt;i&gt;Negativismus&lt;/i&gt;. Ich will das nicht noch einmal hören! Ich bin nicht schizophren!&quot;, schrie Paul. &lt;br /&gt;
&quot;Wie kommst du denn darauf. Das hat doch gar keiner behauptet.&quot;, verteidigte sich Claudia. Seine Damen schauten sich verständnislos an.&lt;br /&gt;
&quot;Was ist denn mit Papa los?&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul ging ins Bett.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.</description>
    <dc:creator>Paul - Outplacement </dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://kriminalroman.twoday.net/topics/Kapitel+51+bis+60&quot;&gt;Kapitel 51 bis 60&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Paul - Outplacement </dc:rights>
    <dc:date>2008-04-28T21:37:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://kriminalroman.twoday.net/stories/4861821/">
    <title>Bella Napoli</title>
    <link>http://kriminalroman.twoday.net/stories/4861821/</link>
    <description>Kapitel 58 - 17. Juni 2007&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul liebte die Freiheit, vor allem seine eigene. Er mochte nicht permanent kritisiert, erzogen und herumkommandiert werden. Aber wer mochte das schon? Die InterRail-Reise war sein erster Ausbruch aus dem engen Elternhaus gewesen, in dem sein Leben in ein festes Erziehungsschema, in vorgegebene Regeln und starre Zeiten gepresst wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie er darauf gekommen war, Neapel als ein Ziel seiner Reise auszuwählen, wusste er nicht mehr. Italien war nach Deutschland und Österreich des Deutschen liebstes Urlaubsland gewesen. Spanien lag für damalige Verhältnisse zu weit entfernt. Die Adriaküste um Rimini war dagegen leichter zu erreichen. Aber wieso ausgerechnet Neapel? Sicher, von den Inseln Capri und Ischia hatte er gehört. Vom Vesuv natürlich auch. Aber Paul wollte nach Neapel. Warum? Vielleicht wegen der beiden Lieder &lt;i&gt;&apos;O mia bella Napoli&apos;&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;&apos;In Santa Lucia&apos;&lt;/i&gt;?  Das mag zur Hälfte stimmen. Noch heute nannte Paul sein Neapel liebevoll &apos;O mia bella Napoli&apos;. Dass Neapels Hafenviertel, dieser quirlige, verwinkelte Stadtteil mit dem pulsierenden Leben und den Ausblicken auf den geschichtsträchtigen Vesuv, Santa Lucia hieß, das erfuhr er erst einige Jahre später. Neapel sei ein auf die Erde gefallenes Stück vom Himmel, so sagen die Italiener. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul vermutete, dass ihn ein altes italienisches Sprichwort verzaubert hatte: &lt;i&gt;Vedi Napoli e poi muori&lt;/i&gt;. In deutscher Übersetzung besagte das Sprichwort: &lt;i&gt;Neapel sehen und sterben&lt;/i&gt;. Für Paul drückte sich darin das Höchste der Gefühle aus. Das hätte von Shakespeare sein können. Er wusste nur eins, er wollte schon sein Leben lang nach Neapel. Claudia hätte gesagt, von Geburt an. Er konnte die Italiener voll verstehen. Auch er himmelte Neapel an. Nachdem sein erster Versuch, dorthin zu gelangen, 1972 am Ausbruch der Cholera gescheitert war, übertrug er Neapel als Urlaubsziel in seine Urlaubsplanung für 1973. Neapel blieb das einzige Urlaubsziel für dieses Jahr - Neapel sehen und sterben. Nein, ans Sterben dachte Paul weiß Gott nicht. Er plante sogar schon weiter im Voraus. Die übernächsten Sommerferien musste er sich für die in Deutschland stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft freihalten, und erst in drei Jahren nach Neapel? So lange wollte er nicht mehr warten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es soll ja nicht selten vorkommen, dass das, was einem verwehrt bleibt, was einem unerreichbar erscheint, einen nur umso größeren Reiz ausübt. So war es Paul sicherlich auch mit Neapel ergangen. Nichts gegen Wien, Davos und Bern. Für die siebziger Jahre aber alles ein bisschen zu bieder. Jedenfalls ließ sich Paul durch die Cholera nicht entmutigen. Auch nicht durch ein Wort seines Geografielehrers, der das &apos;&lt;i&gt;sterben&lt;/i&gt;&apos; in &lt;i&gt;&apos;Neapel sehen und sterben&apos;&lt;/i&gt; mit dem neapolitanischen Zweig der Mafia, der Camorra, in Zusammenhang gebracht hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;P1010001&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Kriminalroman/images/P1010001.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pauls ehemalige Schule am Aurikelstieg in Norderstedt war eine der ersten Schulen mit eigenem Schwimmbad&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwölf Monate später war es dann soweit. Nur wenige Meter von der Stazione Centrale, dem Hauptbahnhof, direkt an der belebten Piazza Garibaldi quartierte er sich ein. Er blieb zwei Wochen, atmete Neapel und verliebte sich. Hier sah er kein Streben nach Wohlstand ohne Rücksicht auf Verluste im Zwischenmenschlichen. Hier galten nicht Leistung, Leistung über alles und Ordnung aus Prinzip. Hier hetzten keine miesepetrigen Gesichter umher. Hier sah er liebenswertes Chaos, Leben und Lebensfreude in all der Armut. Das faszinierte Paul an Napoli. Das vermisste er an seinem Zuhause aber auch bei sich selbst. &lt;i&gt;Man muss Chaos in sich haben, um einen Stern zu gebären.&lt;/i&gt; Von wem war das doch gleich? Nietsche? Ja, Nietsche! An der Piazza Garibaldi wurde vornehmlich abends alles Mögliche feilgeboten und verkauft: Zigaretten, Lotterielose, Plastikspielzeug, Glückspiel und mehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Paul eines Abends vom Hafen zurückkehrte, er war in San Angelo auf Ischia gewesen, sprach ihn plötzlich eine Dame an, die einige Jahre älter war als er. Sie hatte nur ein Wort gesagt: &quot;Andiamo?&quot;. Paul bereute häufig in seinem Leben und noch heute, dass er in der Schule diese Singsang-Sprache Französisch hatte lernen müssen. Das war ihm mehr schlecht als recht gelungen. Sehr viel lieber hätte er Italienisch gelernt. Erst später hatte er sich das Wort &apos;andiamo&apos; übersetzt, was gar nicht so einfach war, da es als Verb/Tätigkeitswort nur in der Form des Infinitiv im Wörterbuch stand. Andare - gehen, aufbrechen, weggehen, fahren. Aber auch das hatte ihm in seiner noch jugendlichen Naivität nicht weitergeholfen. Wirklich erst sehr, sehr viel später war ihm klargeworden, was die Dame da feilgeboten hatte. Liebesdienste. &apos;Andiamo?&apos; heißt &apos;Gehen wir?&apos;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nachdem er sich Napoli erschlossen hatte, erkundete Paul Napolis Umgebung und er entdeckte weitere Lieblingsorte: Das atemberaubend schöne &lt;i&gt;Positano&lt;/i&gt; und die Tempelanlage des antiken &lt;i&gt;Paestum&lt;/i&gt;, von der für Paul in der Tat etwas Heiliges ausging. Erst bei seinem sechsten, Claudias zweitem und Alexandras erstem Besuch Neapels vor vier Jahre, kamen &lt;i&gt;Procida&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Atrani &lt;/i&gt;hinzu. Dafür strich er Positano wieder, das inzwischen zum Schaufenster der Reichen und Möchtegernschönen geworden war. Die stolzierten durch den ganzen Ort und übervölkerten die Restaurants unten am Strand. So viel wohlfeiner Schickimicki konnte Paul den Aufenthalt an jedem Ort der Welt verleiden, erst recht in Positano. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul brauchte dafür so etwas wie eine Entschädigung. Er hatte sie gefunden. Es war das kleine, typisch italienische Restaurant &lt;i&gt;Al Buco&lt;/i&gt; in der Via Roma von Vico Equense. Am Eingang wurde Laufkundschaft bedient. Die meist jungen Leute bestellten sich Pizza mit Pommes. Im hinteren Teil gab es phantastische italienische Küche. Paul und seine Damen waren für vierzehn Tage Stammgäste. Sie hatten sich keine Unterkunft in Neapel besorgt, sondern sich in der Nähe von Sorrento niedergelassen. Pauls Liebling unter allen ihm bekannten Städten dieser Erde war seinen Damen zu unheimlich und zu schmutzig gewesen. Paul war ganz wie früher wieder allein durch sein geliebtes Napoli gestreift und hatte auch Santa Lucia einen Besuch abgestattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.</description>
    <dc:creator>Paul - Outplacement </dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://kriminalroman.twoday.net/topics/Kapitel+51+bis+60&quot;&gt;Kapitel 51 bis 60&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Paul - Outplacement </dc:rights>
    <dc:date>2008-04-14T11:52:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://kriminalroman.twoday.net/stories/4858480/">
    <title>Negativ</title>
    <link>http://kriminalroman.twoday.net/stories/4858480/</link>
    <description>Kapitel 57 - 17. Juni 2008&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul überlegte: Heißt das wirklich &lt;i&gt;Negativismus&lt;/i&gt; oder doch eher &lt;i&gt;Negativität&lt;/i&gt;? Negativität klingt so ähnlich wie Elektrizität. Irgendwie verwandt. Wie zwei Energieformen. Da er zu keiner befriedigenden Antwort gelangte, wandte er sich gleich der zweiten Frage zu, die ihn bewegte: Wenn er sich jetzt mit der Negativität beschäftigte, bedeutete das allein schon den Rückfall ins Negative? Doch wohl kaum. Erst recht nicht, wenn er es tat, um den von ihm eingeschlagen positiven Weg wissenschaftlich abzusichern. Wissenschaftlich war vielleicht etwas hoch gegriffen, aber sein Traum beunruhigte ihn halt und er wollte sein Unterbewusstsein irgendwie in den Griff bekommen oder zumindest beruhigen. Wenn sein Unterbewusstsein negativ programmiert war und im Negativen verharrte, war ihm die Gefahr zu groß, auch im realen Leben wieder rückfällig zu werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also googelte er &lt;i&gt;negativ&lt;/i&gt;. Warum googelte er eigentlich immer wieder, wenn er doch fast jedes Mal bei Wikipedia landete? Er las: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;&lt;cite&gt;- In der Mathematik   Bereich unter null&lt;br /&gt;
- in der Elektrotechnik   bestimmte Seite der Spannung&lt;br /&gt;
- in der Medizin   vermuteter, aber nicht bestätigter Verdacht (siehe Befund)&lt;br /&gt;
- in der Sprache   Ausdruck der Verneinung, allgemein ungünstig, benachteiligend oder auch pessimistisch denkend&lt;/cite&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul war noch nicht recht vorangekommen. Er wäre froh, könnte er den medizinischen Befund bezüglich der Eskapaden seines Unterbewusstseins noch heute Abend als negativ zu den Akten legen. Er versuchte es mit &lt;i&gt;Pessimismus&lt;/i&gt;. An Claudias Vokabel &lt;i&gt;Negativismus&lt;/i&gt; traute er sich nicht so recht heran. Gegen den Ausdruck hatte er irgendetwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;&lt;cite&gt;Der Pessimismus (lat.: pessimum  das Schlechteste, Böseste) ist die Lebensanschauung von der unverbesserlich schlechten Welt. Pessimisten erwarten ein böses Ende. Die unheilvolle Zukunft vor Augen, halten sie jeden gegenwärtigen und vergangenen Stand der Dinge für unheilschwanger, mag er auch noch so gutartig erscheinen.&lt;/cite&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das beruhigte Paul und nach so etwas hatte er ja auch gesucht. Ein Pessimist malt sowohl den gegenwärtigen als auch den vergangenen Stand der Dinge schwarz. &lt;br /&gt;
Also konnte er gar kein Pessimist sein. Die Vergangenheit war durchweg in Ordnung gewesen. Früher war ja nicht nur alles besser, es war auch wirklich gut gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz unten auf der Seite standen einige Zitate, von denen Paul eines lustig fand und eines für ziemlich richtig hielt. Theodor Heuss, unser erster Bundespräsident, sollte gesagt haben: &lt;i&gt;Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.&lt;/i&gt; Ganz witzig. Charles Laughton, ein US-amerikanischer Schauspieler, sprach Paul dagegen voll aus der Seele: &lt;i&gt;Ein Pessimist ist ein Optimist, der nachgedacht hat.&lt;/i&gt; Das musste er sich merken. Das traf, was seine Person anging, den Nagel auf den Kopf. Er war genau das: Denkender Optimist! Nur, dass Pauls Unterbewusstsein halt auch dachte. Aber was sprach schon dagegen? Außer, dass es dann merkwürdige Träume fabrizierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Kirche-Quickborn&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Kriminalroman/images/Kirche-Quickborn.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kieler Straße in Quickborn und die evangelische Kirche, in der Pauls Traum &apos;spielte&apos;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich hätte Paul seine Internetsitzung an dieser Stelle beenden und ins Bett gehen können. Ende gut alles gut. Aber erstens war es noch viel zu früh und zweitens wollte er Claudias Gerede vom &lt;i&gt;Negativismus&lt;/i&gt; ein für allemal hinter sich bringen. Bisher war ja alles bestens gelaufen. Warum also nicht weiter so? Insgeheim war er sowieso davon ausgegangen, dass er unter &lt;i&gt;Negativismus&lt;/i&gt; gar nichts finden würde, da er diese Wortschöpfung für nicht existent hielt. Das wäre ihm am liebsten gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.</description>
    <dc:creator>Paul - Outplacement </dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://kriminalroman.twoday.net/topics/Kapitel+51+bis+60&quot;&gt;Kapitel 51 bis 60&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Paul - Outplacement </dc:rights>
    <dc:date>2008-04-12T17:41:00Z</dc:date>
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    <title>Königsberger Klopse</title>
    <link>http://kriminalroman.twoday.net/stories/4848848/</link>
    <description>Kapitel 56 - 17. Juni 2007&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Abendessen besprachen Claudia und Alexandra, wann sie morgen aufbrechen wollten. Nicht zu früh, so gegen elf sollte er sie zum Bahnhof in Heerhugowaard fahren. Paul bat sie, wieder ein Abendblatt mitzubringen und bitte auch eine Frankfurter Allgemeine oder eine Frankfurter Rundschau. Alexandra erzählte von einer E-Mail, die ihr Nadim geschickt hatte. Der Gastschüler aus Jordanien, der in Wichita auf ihre High School gegangen war und ein Auge auf sie geworfen hatte, wohnte mit seinen Eltern in Beirut. Er hatte Alexandra eingeladen, ihn in den nächsten Sommerferien zu besuchen. Sie könne im Haus seiner Familie wohnen. Wenn sie wolle, würde er mit ihr Petra besichtigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ist das dein Ernst?&quot;, fragte Claudia, die sich für Jungengeschichten immer brennend interessierte. &lt;br /&gt;
&quot;Ne Mama, aber sein Ernst, glaub ich.&quot; &lt;br /&gt;
Paul interessierte sich eher für den geografischen Teil der Information. &lt;br /&gt;
&quot;Wer oder was ist Petra?&quot; Von Jordanien hatte er noch weniger Ahnung als von Indien. &quot;Das ist eine antike Felsenstadt in Jordanien etwa aus der Zeit um Christi, eine der neu gewählten Weltwunder.&quot;, erklärte Claudia. Das musste sie gerade in einer ihrer Zeitschriften gelesen haben. &lt;br /&gt;
Paul zollte ihr Respekt: &quot;Nicht schlecht!&quot; &lt;br /&gt;
&quot;Papa, was ist eigentlich heute mit dir los?&quot; &lt;br /&gt;
&quot;Wieso?&quot; &lt;br /&gt;
&quot;Du nervst gar nicht so rum wie sonst.&quot; &lt;br /&gt;
&quot;Weil ich mit dir Boot gefahren bin?&quot; &lt;br /&gt;
&quot;Nein, insgesamt.&quot; &lt;br /&gt;
Paul: &quot;Ich sag nur: Positiv Thinking!&quot; &lt;br /&gt;
&quot;Xandra, du weißt doch: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.&quot;, mischte sich Claudia ein. &lt;br /&gt;
&quot;Ist doch schon Abend, Mama.&quot; &lt;br /&gt;
&quot;Das hält Papa aber nicht lange durch! Sein Negativismus ist angeboren. Warte nur ab.&quot; Ja, dachte Paul, ist der Ruf erst ruiniert, wird man ihn so schnell nicht wieder los. Das Image hatte er sich über Jahre aufgebaut. &lt;br /&gt;
&quot;Wollen wir wetten?&quot;, fragte er Claudia. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber Claudia war mehr an Nadim und seiner E-Mail interessiert und unterhielt sich schon wieder mit Alexandra. Paul belastete sein innerfamiliäres Negativimage gar nicht so sehr, jedenfalls heute nicht. Dass seine kritische Art aber offenbar auch einen bleibenden Eindruck bei seinem Unterbewusstsein hinterlassen hatte, das nahm er sehr viel ernster. Das hatte ihn, ehrlich gesagt, ein wenig geschockt. Oder wie war es zu erklären, dass er ausgerechnet an einem für ihn durch und durch positiven Tag einen Traum träumte, in dem ein Leuchter während einer Konfirmation zwei Kirchgänger erschlug? Konnte sich sein Unterbewusstsein nicht damit abfinden, dass er einen ganzen Tag lang ausschließlich positiv dachte und fühlte? Rebellierte sein Innerstes dagegen? Musste sich seine negative Energie auf andere Weise ausleben? Stimmte es, dass er von Natur aus, oder wie Claudia sich ausdrückte, von Geburt an negativ dachte? Er war kein Psychologe. Er konnte sich das alles nicht erklären. Paul war gerne Freigeist, war lieber Opposition als Mainstream. Das gab er gerne zu. Damit kokettierte er ab und zu sogar. Aber von Natur aus negativ? Das gefiel ihm ganz und gar nicht! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul hatte seinen Teller geleert. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass er die Königsberger Klopse gar nicht richtig genossen hatte. Zu schade. Zum Glück hatte Claudia für morgen mitgekocht, so dass er sich einen Nachschlag genehmigen konnte. Von seinem Vater hatte er gehört, dass es im Hause seines Großvaters zu Kaiser Wilhelms Zeiten strikt verboten gewesen sein soll, bei Tisch zu sprechen. Damals konnten sich die Geschmacksnerven noch voll und ganz auf die Königsberger Klopse konzentrieren. Paul wusste nicht, ob das Gericht damals in Dithmarschen schon bekannt war oder ob die deutschen Flüchtlinge das Rezept erst gegen Ende des zweiten Weltkrieges aus Ostpreußen und Pommern mitgebracht hatten. Egal, der Nachschlag schmeckte ihm ganz ausgezeichnet. Das Essen war für Paul die Krönung dieses wunderschönen Urlaubstages.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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    <dc:creator>Paul - Outplacement </dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Paul - Outplacement </dc:rights>
    <dc:date>2008-04-08T21:13:00Z</dc:date>
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